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Werkausgabe

Michael Bakunin: Ausgewählte Schriften

Herausgegeben von Wolfgang Eckhardt im Karin Kramer Verlag, Berlin

Projektvorstellung (Bulletin du C.I.R.A., Nr. 54, März 1998)

Pressespiegel

Band 1

Michael Bakunin Gott und der Staat

Gott und der Staat (1871)

6. aktualisierte, durchgesehene und erweiterte Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 2011. 162 S., ISBN 978-3-87956-222-0, Euro 14,80

Bakunins grundlegender Text mit einer Einleitung von Paul Avrich (Erstübersetzung aus dem Amerikanischen). Im Anhang Dokumente zur Editionsgeschichte, unter anderem von Elisée Reclus und Max Nettlau.

»›Gott und der Staat‹ erweist sich als kraftvoll und energiegeladen und mit einer ganzen Reihe von fesselnden Aphorismen gespickt, die von Bakunins bemerkenswerter intuitiver Veranlagung zeugen. Entsprechend wurde ›Gott und der Staat‹ das am meisten gelesene und am häufigsten zitierte aller Werke Bakunins. Aber der vielleicht wichtigste Grund für seine Popularität besteht darin, daß das Buch in lebendiger Sprache und bei verhältnismäßig kurzem Umfang die grundlegenden Bestandteile der anarchistischen Weltanschauung Bakunins darlegt.« (Paul Avrich)

»Diese Schrift hat auch dadurch wesentliche Bedeutung gewonnen, daß sie die am meisten verbreitete und übersetzte Schrift Bakunins ist ... Die Übersetzungen erschienen meist in den ersten Jahren der beginnenden anarchistischen Literaturen in verschiedenen Sprachen, so daß gleich die ersten Propagandisten diese Ideen aufnahmen. Sie ist, obgleich sie sich äußerlich ›nur‹ auf die Religion bezieht, mehr als eine andere für den Glauben an Autorität irgendwelcher Art vernichtend. Wer ihre ... Lektüre auf sich wirken läßt, wird keiner speziellen Belehrung bedürfen, um einen autoritären Sozialismus, ein autoritäres politisches System unerträglich zu finden. Dies war stets die Wirkung dieser Schrift und erklärt ihre dauernde rege Verbreitung. Sie wird dadurch zu einem repräsentativen Dokument der anarchistischen Literatur und erscheint hier als solches.« (Max Nettlau, 1919)

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Band 2

Michael Bakunin »Barrikadenwetter« und »Revolutionshimmel«

»Barrikadenwetter« und »Revolutionshimmel« (1849)
Artikel in der ›Dresdner Zeitung‹

1. Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 1995. 192 S., ISBN 978-3-87956-223-7, Euro 12,50

Bakunins Aufsätze und Pamphlete in der radikaldemokratischen ›Dresdner Zeitung‹ – am Vorabend der Mairevolution in Dresden 1849. Mit einer Einleitung von Boris Nikolaevskij.

»Gelegentlich wird behauptet, daß Bakunin eigentlich erst in den 1860er Jahren anarchistische Positionen entwickelt habe und, wie etwa Daniel Guérin meint, der ›erste Abschnitt seines Lebens ... ohne Beziehung zum Anarchismus‹ sei. Andere Forscher haben dagegen auf große Kontinuitäten und Übereinstimmungen im Denken Bakunins hingewiesen, die die Zeit seines ersten Auslandsaufenthalts (1840-51) und die erklärt ›anarchistischen‹ Jahre ab 1864 in vieler Hinsicht miteinander verbinden ... Die Bakunin-Texte, die in vorliegendem Band veröffentlicht werden, sind dafür ein gutes Beispiel: In seiner Absage an jede Form von Staatsräson, seinen föderalistischen Lösungsansätzen, seiner Forderung nach internationaler Zusammenarbeit der Revolutionäre, seiner Weigerung, ›die Nationalität höher zu stellen als die Demokratie‹, seiner Perspektive einer sozialen Revolution usw. sind bereits unter den Bedingungen von 1848/1849 viele charakteristische Positionen des späten Bakunin erkennbar.« (Aus der Vorbemerkung)

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Band 3

Michael Bakunin Russische Zustände

Russische Zustände (1849)

1. Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 1996. 144 S., ISBN 978-3-87956-231-2, Euro 11,50

In seiner Broschüre ›Russische Zustände. Ein Bild aus der Jetztzeit‹, die heute weltweit nur noch in wenigen Exemplaren existiert, unternimmt Bakunin eine radikale Kritik an den Verhältnissen in Rußland. Er verwandelt vor den Augen des europäischen Publikums den Zarismus vom gefürchteten »Gendarm Europas« zum Koloß, der auf tönernen Füßen steht. Der Zar sei nicht nur durch Korruption und Mißwirtschaft, sondern auch durch permanente Revolten von Bauern und religiösen Sektierern bedroht, »die alle darin übereinstimmen, die jetzige Ordnung der Dinge zu verwerfen und die Herrschaft des Zaren als das Reich des Antichrist anzusehen«. Die Tage des Zaren, prophezeit daher Bakunin, sind gezählt, Widerstand wird zur Pflicht – denn: »Wo das Bestehende eine wohl organisierte Unsittlichkeit ist, da ist jede Empörung eine sittliche Tat«.
»Besorgen Sie sich diese Broschüre«, schrieb Alexander Herzen kurz nach Erscheinen der Erstausgabe, »sie ist wunderbar.« Die ›Russischen Zustände‹ erscheinen in vorliegender Ausgabe erstmals seit 1849 wieder in der deutschen Originalfassung und werden ergänzt durch eine Einleitung von Boris Nikolaevskij und einen detaillierten Anmerkungsapparat.

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Band 4

Michael Bakunin Staatlichkeit und Anarchie

Staatlichkeit und Anarchie (1873)

3. Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 2011. 555 S., ISBN 978-3-87956-319-7, Euro 34,80

›Staatlichkeit und Anarchie‹ ist nicht nur das letzte Werk, das Bakunin geschrieben hat, sondern vor allem das erste und einzige Buch, das er zu Lebzeiten auch veröffentlicht hat. In der Auseinandersetzung mit dem Staatsprinzip in Geschichte und Gegenwart Europas sowie in scharfer Abgrenzung zu Marx umreißt Bakunin in ›Staatlichkeit und Anarchie‹ seine Vorstellung der Anarchie, die er als »Ende der Herren und jeglicher Herrschaft« definiert.

Neben einem umfangreichen Anmerkungsapparat enthält die vorliegende Ausgabe das Vorwort zur deutschen Erstausgabe von Hansjörg Viesel und eine detaillierte Einleitung zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Buches, das in Rußland großen Einfluß auf die revolutionäre Bewegung hatte. »Bakunins Theorie«, erinnerte sich ein Zeitgenosse, »bezauberte uns durch ihre Klarheit und Geradlinigkeit, dadurch daß sie ohne irgendwelche Vorbehalte radikal an die Lösung aller Probleme ging.« Dagegen klagte der zaristische Justizminister 1875: »Es haben die Schriften Bakunins einen nachweisbaren und höchst bedenklichen Einfluss auf die Jugend. Von Niemandem widerlegt, nahm man dieselben eben als Antwort auf die Frage: ›Was ist zu tun?‹«

»Das sind die Überzeugungen der sozialen Revolutionäre, und deshalb nennt man uns Anarchisten. Wir protestieren nicht gegen diese Bezeichnung, denn wir sind in der Tat Feinde jeglicher Macht, weil wir wissen, daß Macht ebenso zersetzend auf den wirkt, der sie hat, wie auf den, der ihr gehorchen muß.« (Bakunin)

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Band 5

Michael Bakunin Konflikt mit Marx Band 5

Konflikt mit Marx
Teil 1: Texte und Briefe bis 1870

2. Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 2007. 240 S., ISBN 978-3-87956-288-6, Euro 19,80

Der Konflikt zwischen Marx und Bakunin markiert ein entscheidendes Ereignis in der politischen Ideengeschichte. Während die von Marx beeinflußte sozialdemokratische Strömung zentralistische Organisationsformen, die Gründung nationaler Arbeiterparteien und die Eroberung der politischen Macht propagierte, waren die von Bakunin unterstützten Basisbewegungen föderalistisch und pluralistisch orientiert. Die Wege gingen daraufhin auseinander: Die Parteipolitik trennte sich von emanzipatorischen Basisbewegungen. In der Ersten Internationale (1864-1877) wurde dieser Konflikt erstmals ausgetragen: Die unterschiedlichen Richtungen fanden in Marx und Bakunin ihre stärksten Exponenten – ihre Ideendifferenz wirkt bis heute fort.

In der Reihe Michael Bakunin – Ausgewählte Schriften wird der Konflikt mit Marx in den Bänden 5 und 6 dokumentiert. Band 5 enthält neben einer ausführlichen Einleitung des Herausgebers Quellen und Dokumente dieser Auseinandersetzung bis zum Jahr 1870, darunter Materialien zur Erbrechtsdebatte auf dem Basler Kongreß der Internationale sowie sämtliche überlieferte Briefe (und Widmungen) Bakunins an Marx.

»Das ist der wesentliche Punkt, der uns absolut von allen Politikern und bürgerlich-radikalen Sozialisten trennt. Sie setzen auf die Politik und den Staat, die sie reformieren und umgestalten wollen; unsere Politik hingegen, die einzige, die wir anerkennen, besteht in der völligen Abschaffung des Staates und der Politik, die seine notwendige Erscheinungsform ist.« (Bakunin)

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Band 6

Bakunin: Konflikt mit Marx. Band 6

Konflikt mit Marx
Teil 2: Texte und Briefe ab 1871

1. Auflage. Karin Kramer Verlag, Berlin 2011. Zwei Halbbände, 1240 S., ISBN 978-3-87956-342-5, Euro 78,00

Der Band dokumentiert den zweiten Teil des Konflikts mit Marx ab dem Jahre 1871 und enthält neben einer ausführlichen Einleitung des Herausgebers eine Vielzahl von erstmals übersetzten oder unbekannten Materialien, unter anderem zu den internationalen Diskussionen über die Resolutionen der Londoner Konferenz und über die Revision der Statuten der Internationale. Einen Schwerpunkt bildet die Dokumentation über den Haager Kongreß der Internationale mit Materialien zum Hintergrund, Ablauf und den internationalen Reaktionen.

Die Edition vermeidet die konzeptionelle Einseitigkeit früherer Darstellungen: Statt der Fixierung auf eine der beiden Konfliktparteien wird vielmehr versucht, mit dem Abdruck der Beiträge und Stellungnahmen beider Seiten die ursprüngliche Debatte zu rekonstruieren. Zudem werden erstmals alle relevanten Archivalien berücksichtigt, die noch bis zum Ende der Sowjetunion unzugänglich in Moskauer Parteiarchiven lagerten. So wird ein neuer Forschungsstand erreicht, der Kontext, Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts zwischen Marx und Bakunin erstmals im Detail erkennen läßt.

»Weder Nationalparlamente erkennen wir an noch konstituierende Versammlungen noch provisorische Regierungen noch sogenannte revolutionäre Diktaturen, nicht einmal als revolutionäre Übergangsform, weil wir überzeugt sind, daß die Revolution nur in den Massen aufrichtig, ehrlich und wirklich ist und daß, wenn sie in den Händen einiger regierender Personen konzentriert ist, sie unvermeidlich und unverzüglich zur Reaktion wird ... Zwischen der Bismarck'schen und der Marx'schen Politik besteht gewiß ein sehr fühlbarer Unterschied, aber zwischen den Marxianern und uns liegt ein Abgrund. Sie sind die Regierungsleute, wir die Anarchisten, komme was da wolle.« (Bakunin)

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Weitere Bände in Vorbereitung

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