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Veranstaltungsprogramm

Freitag, 26. Februar 2010, 19.00 Uhr

Mitarbeiter der Tempest Library: Insurrektionaler Anarchismus
Members of the Tempest Library: Insurrectionary Anarchism

Insurrection

Der Insurrektionale Anarchismus als eigenständige anarchistische Strömung wurde in den 1970er und 80er Jahren auf dem Höhepunkt der sozialen Spannungen in Italien theoretisch konzipiert und entwickelt. Insurrektionaler Anarchismus ist gekennzeichnet durch eine Kritik dauerhafter Massenorganisationen (Gewerkschaften, plattformistischer Vereinigungen usw.) sowie geheimer Gruppen des bewaffneten Kampfes (RAF, Rote Brigaden) und betont die nicht-dauerhafte oder informelle Organisation und den »unmittelbaren Angriff«. Der Vortrag wird sich auf die Geschichte sowie die informellen Organisationsformen des Insurrektionalen Anarchismus konzentrieren. Wir werden uns außerdem die subjektiveren Elemente des Anarchismus anschauen im Sinne einer bestimmten Logik, mit der zu experimentieren und die gelebt zu werden gilt. (Vortrag und Diskussion in Englisch mit deutscher Übersetzung)

Insurrectionary Anarchism as a distinct anarchist tendency was theorized and developed in the 1970s and 80s during the height of social tensions in Italy. Insurrectionary anarchism is characterized by a critique of permanent and quantitative organizations (unions, platformist federations, etc.) as well as clandestine armed struggle groups (RAF, Red Brigades) and emphasizes non-permanent or informal organization and »immediate attack«. The presentation will focus on the history as well as the informal organizational forms of Insurrectionary Anarchism. We will also look at the more subjective elements of anarchism as a certain logic to be experimented with and lived. (Presentation and discussion in English with translation into German)

Freitag, 26. März 2010, 19.00 Uhr

Was ist Anarchismus?

Emanzipation

»Der Anarchismus ist veraltet und unterkomplex«, behaupten Staatsfreunde gerne. Wir versuchen, die Bandbreite und Aktualität anarchistischer Ideen anhand folgender Themen aufzuzeigen: Staatskritik, Medienkritik, Ökologie, Perspektiven des Anarchismus und libertäre Philosophie. (Kurzreferate und Diskussion)

Freitag, 30. April 2010, 19.00 Uhr

»Escape from Freedom« Revisited

Erich Fromms Buch »Die Furcht vor der Freiheit« und seine Relevanz aus heutiger libertärer Sicht
Furcht Vor Der Freiheit

In seinem 1941 vor dem Hintergrund von Faschismus und Stalinismus veröffentlichten Werk befasst sich der Psychologe und Sozialphilosoph Erich Fromm (1900-1980) mit den psychologischen Aspekten der Freiheit des modernen Menschen. Seiner Meinung nach hat die Freiheit dem modernen Menschen zwar einerseits Unabhängigkeit und Rationalität ermöglicht, ihn in psychologischer Hinsicht aber andererseits auch isoliert und dabei ängstlich und ohnmächtig gemacht. In dieser Situation sieht Fromm den Menschen vor die Alternative gestellt, entweder der Last seiner Freiheit zu entfliehen und sich aufs neue in Abhängigkeit und Unterwerfung zu begeben oder voranzuschreiten zur vollen Verwirklichung jener positiven Freiheit, die sich auf die Einzigartigkeit und Individualität des Menschen gründet.

In der Veranstaltung wird versucht, einige der zentralen Gedankengänge Fromms zu diesem Thema nachzuzeichnen. Gleichzeitig soll ein Eindruck von seiner methodischen Vorgehensweise vermittelt werden, die gekennzeichnet ist durch die Nutzbarmachung tiefenpsychologischer Überlegungen für die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen.
(Vortrag mit Leseproben und anschließender Diskussion)

Freitag, 28. Mai 2010, 19.00 Uhr

K.R.Ä.T.Z.Ä.: Demokratische Schulen

Schulkonferenz

Das Thema »Bildung« hat anarchistisch inspirierte DenkerInnen und AktivistInnen seit jeher stark beschäftigt, man denke nur an Franciso Ferrers »Moderne Schule«, Leo Tolstois »Jasnaja Poliana« oder A. S. Neills »Summerhill«. Erfreulicherweise sind diese ersten libertären Bildungsprojekte nicht ohne Folgen geblieben. So gibt es gegenwärtig eine insgesamt zwar deutlich minoritäre, jedoch durchaus lebendige und vielversprechende Landschaft libertär orientierter Schulprojekte, insbesondere auch in Gestalt der sogenannten »Demokratischen Schulen«.

Im Rahmen dieser Veranstaltung zeigt die Berliner Kinderrechtsgruppe KinderRÄchTsZÄnker (K.R.Ä.T.Z.Ä.) ihren 33minütigen Dokumentarfilm »Demokratische Schulen«, der in das Konzept dieses Schultyps einführt: SchülerInnen jeden Alters entscheiden selbst, was, wann und wie sie lernen. Entscheidungen, die die ganze Schulgemeinschaft betreffen, werden durch eine basisdemokratische Schulversammlung beschlossen, in der jede/r SchülerIn und jede/r MitarbeiterIn eine gleichwertige Stimme hat. Nach dem Film ist Zeit für Fragen und Diskussion.

Freitag, 25. Juni 2010, 19.00 Uhr

Die Hog Farm Kommune

Eine hierzulande fast vergessene Keimzelle der Hippie-Subkultur in den USA der 60er Jahre
Hog Farm Bus

Nachdem 2009 mit dem vierzigsten Jubiläum von Woodstock dem Ende der Hippie-Ära auch offiziell mit allergrößter Aufmerksamkeit gedacht wurde, wollen wir uns im Jahr 2010 mit einem ihrer Ursprünge beschäftigen.

Die Hog Farm (mit ihrem Spiritus Rector, dem Clown Wavy Gravy), die damals eine der bekanntesten Großkommunen in den USA war, gilt auch als eine der Keimzellen der Hippie-Bewegung. In ihrem Konvoi bunt bemalter, ausrangierter alter Linienbusse fuhren ihre Mitglieder kreuz und quer durchs Land. Dabei verstanden sie diese Touren nicht nur als »Werbekampagne« für ihren alternativen Lebensstil, sondern sahen gleichzeitig darin auch einen spirituell-psychedelischen Trip, bei dem man nicht nur Land und Leute kennenlernte, sondern sich auch selbst fand.

Der Vortrag versucht, diese ausgeflippte Zeit der späten 60er Jahre, in denen der Traum eines von allen Zwängen befreiten Lebens geradezu greifbar nahe erschien, nochmals Revue passieren zu lassen. (Vortrag und Diskussion)

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