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Rückblick auf die Veranstaltungen der Bibliothek der Freien im Jahr 2005

2. Dezember 2005

Liebe kennt kein Gebot

Vier unkontrollierte Stellungnahmen zu Anarchie und Liebe
Beiträge im Wortlaut

Liebe ist der Einbruch des Wunderbaren, des Unvorhergesehenen in das Regelwerk des Alltags, gespeist aus einem Funken der Begierde zwischen zwei Menschen, die nur ein Ziel kennen, ihrer Lust zu folgen und ihr Dauer zu verschaffen. In dieser Unbedingtheit der Liebe, die alles zu überwinden sucht, was sich ihr in den Weg stellt, liegt ihr subversives Potential. Die unbedingt freie Liebe schafft sich Freiräume, die die gesellschaftlich sanktionierten Zwangsmechanismen der Herrschaft des Menschen über den Menschen auflösen. Die unbewußten Bestrebungen der freien Liebe verbindet ein untergründiges Band mit den bewußten Denk- und Handlungsweisen der Anarchie und der von ihr angestrebten herrschaftslosen Gesellschaft. [Stellungnahmen und Diskussion]

4. November 2005

Föderalisierung statt Globalisierung?

Können regionale Struktureinheiten wie Nationalstaaten oder Staatenbünde Schutz bieten vor der Globalisierung? Oder welche alternativen Handlungsmöglichkeiten hat die Gesellschaft, der kapitalistischen Fremdbestimmung entgegenzutreten? [Vortrag und Diskussion]

7. Oktober 2005

"Wir wollen nicht!"

Lesung aus dem »Planet des Ungehorsams« von Eric Frank Russell [1905-1978].

»Freie Bürger fragen doch nicht, ob es erwollt ist, was ihnen zusteht - oder? Wozu haben wir denn unsere Freiheit!« Ein anarchistisches Credo, das selbst intergalaktische Versuche einer herrschaftlichen Inanspruchnahme ins Leere laufen läßt. »Der Klassiker unter den libertären Science-Fiction-Büchern. Und eines der amüsantesten Romane zum Thema Gewaltfreiheit« [espero]. [Lesung und Diskussion]

23. September 2005

Uschi Otten: »den Tagen, die kommen, gewachsen zu sein«

Die Lebensgeschichte Zenzl Mühsams in Briefen und Dokumenten
Zenzl Mühsam

Der Lebensweg von Zenzl Mühsam, Frau des Anarchisten und Schriftstellers Erich Mühsam, gleicht einer Odyssee: von der Flucht aus Deutschland nach dem Tod ihres Mannes, über das Leben im Russischen Gulag, bis zu ihrer politischen Verfolgung durch DDR-Funktionäre. An den Editionen aus Mühsams Nachlass war sie entscheidend beteiligt. Uschi Otten ist Historikerin, Regisseurin und freischaffende Autorin und hat sich auf die Erforschung des Lebens von Zenzl Mühsam spezialisiert. Eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Frauengruppe »Las Loccas«. Im Anschluss Livemusik mit »Fromage Diatonique«.

15. Juli 2005

»Warum wir den Staat los werden sollten«

John Burnheim: Is Democracy possible ?

Eine Gesellschaft ohne Staat, wie geht denn das konkret? Der australische Philosoph John Burnheim hatte hierzu einen Vorschlag: In seinem Werk »Is Democracy possible?« von 1985 [dt. »Über Demokratie«, 1987] zeigte er detailliert, wie »ein Gemeinwesen ohne jede staatliche Zentralverwaltung auskommt«; er begründete aber auch, wozu das gut sein soll. Sein pragmatischer und experimenteller Ansatz fand im Spätsozialismus der 80er Jahre wenig Beachtung, dennoch lohnt es sich, Burnheims ungewöhnlich originelle Ideen neu zu würdigen und in einen anarchistischen Kontext zu stellen. [Vortrag und Diskussion]

17. Juni 2005

Hartmut Rübner: Eine Analyse des revolutionären Syndikalismus in Deutschland

Das Referat im Wortlaut
Der Syndikalist

Der Vortrag geht den historischen Wurzeln des Anarchosyndikalismus in Deutschland nach und skizziert den aktuellen Forschungsstand. Thematisiert werden außerdem die Beziehungen der syndikalistischen Bewegung zum Anarchismus, die sozialen Strukturen der Freien Arbeiter-Union Deutschlands [Anarcho-Syndikalisten], die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die zu ihren Organisationserfolgen beitrugen, sowie die Gründe, die für den Niedergang des Anarchosyndikalismus in Deutschland verantwortlich sind. [Vortrag und Diskussion]

20. Mai 2005

Individualanarchismus

Der Ausdruck individualistischer Anarchismus bezeichnet ein im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entstandenes Konzept einer zukünftigen Gesellschaft, in der die Freiheit jedes Individuums [von äußerem Zwang] den höchsten Wert darstellt und soweit wie möglich gewährleistet sein soll, d.h. nur in dem Maße eingeschränkt ist, das sich daraus ergibt, dass alle Individuen gleichermaßen über diese Freiheit verfügen. [Vortrag und Diskussion]

29. April 2005

Gerhard Senft: »Warnung an die Eigentümer!«

Ökonomische Kritik und Anarchismus bei Pierre-Joseph Proudhon
Pierre-Joseph Proudhon

Pierre-Joseph Proudhon [1809-1865] war einer der ersten unter den Vertretern des Sozialismus, der das Schlagwort »Anarchie« aufgriff und weiterverbreitete. Mit dem Satz »Eigentum ist Diebstahl« verwarf Proudhon die bürgerlich-kapitalistische Eigentumsordnung und propagierte eine Sozialverfassung der »gegenseitigen Hilfe« [Mutualismus]. Durch das von ihm ersonnene Tauschbankensystem sollten ein die Wirtschaft belebender Warentausch sowie verbesserte Zugangsmöglichkeiten zu Krediten sichergestellt werden. Nach anfänglich positivem Verhältnis zu Marx gerieten die beiden zueinander in gravierende inhaltliche Gegensätze. [Vortrag und Diskussion]

18. März 2005

Jacques Prévert: »Ich bin nur einer, der nicht gehorcht«

Jacques Prévert
Ein Surrealist der ersten Stunde. Vorgestellt von Joachim Rist

Prévert (1900-1977), Chansondichter, Drehbuchautor, Dramatiker und Collage-Künstler, gehörte zu den populärsten französischen Dichtern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seinem vielschichtigen Werk, beständig durchsetzt mit subversivem Humor, hat er eine fundamentale Revolte gegen die Finsternis der spätbürgerlichen Welt zum Ausdruck gebracht. Sein poetisches Werk ist ein humorvoll-sarkastischer Rundumschlag auf alle den Machterhalt der repressiven bürgerlich-kapitalistischen Ordnung dienenden »Werte« wie Religion, Patriotismus, lustfeindliche Arbeitsmoral und sonstige Auswüchse der herrschenden Sklavenmoral. Dieser von ihm als Todeskultur denunzierten Zivilisation stellte er seinen »Skandal des Glücks« entgegen, ein Bekenntnis zu einem befreiten, lustvollen Leben allen gesellschaftlichen Widrigkeiten zum Trotz. (Vortrag und Diskussion)

18. Februar 2005

Bernd Kramer: Gefundene Fragmente über Haschrebellen und Anarchos (1967-1980)

Gefundene Fragmente über Haschrebellen und Anarchos

Neben der sogenannten Studentenrevolte entstand in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre jenseits der Universitäten eine Jugendbewegung, deren Buntheit, Lautheit und Vielfältigkeit in Westberlin bald nicht mehr zu übersehen war. In dem von Bernd Kramer herausgegebenen Buch werden charakteristische Dokumente, Flugblätter und Pamphlete dieser kulturrevolutionären Jugendbewegung veröffentlicht, aus der sich der Anarchismus neu entwickelte. [Buchvorstellung durch den Herausgeber]

21. Januar 2005

René Talbot (Irren-Offensive): Der Staat - Beispiel Psychiatrie.

Psychiatrische Grausamkeiten werden im allgemeinen mit der Fürsorgepflicht des Staates legitimiert. Strafmaßnahmen - heißt es - seien nur zum Besten des Bestraften, weil er ja selbst nicht mehr entscheiden könne, was gut für ihn ist. Damit werden Personen mit abweichendem Verhalten, ungewöhnlichen Gedanken- und Gefühlsäußerungen willkürlich internierbar und, einmal eingesperrt, Zwangsbehandlungen unterzogen. [Vortrag und Diskussion]

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