Quick-Links
Bestandskataloge Suchliste Veranstaltungen Bakunin Arbeitsgemeinschaft Kontakt Unterstützung Referate im Wortlaut Buch des Jahres Rezensionen LinksLetztes Update 11.1.2012
Alternativen gib es schon genug: Sonne, Wind, Wasser, Biogas, Geothermie, Wasserstoff. Wie könnte eine libertäre Energie-Versorgung aussehen? Wie lassen sich solche öko-sozialen Anlagen in Selbstverwaltung organisieren? Wie könnten Rohstoffe gerecht und global verteilt werden? Eine Welt ohne Kapital, Profit, Kriege um Wasser, Öl, Gas und Uran wäre möglich und überlebensnotwendig. Im Rahmen des Vortrags soll versucht werden, diese Fragen im libertären, öko-sozialen Rahmen zu erläutern und einen öko-libertären »Klim@-Rettungsschirm« für Mensch, Tier und Umwelt zu entwerfen. Eine rege Diskussion ist erwünscht.
Ein Blick in spanische Buchhandlungen zeigt: Neben zahllosen Publikationen zu politischen und militärischen Aspekten des Spanischen Bürgerkrieges sind mittlerweile auch eine Vielzahl von Büchern erschienen, die die Künste jener Zeit zum Gegenstand haben, besonders jene, die von vornherein auf eine massenhafte Verbreitung angelegt waren, wie etwa gebrauchsgraphische Arbeiten (dort besonders die Plakate) oder auch die Fotographie. Diesen Publikationen dürften sehr unterschiedliche Motive zu Grunde zu liegen, z.B.: Erarbeitung und Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse, oder politische Traditionsbildung, oder einfach auch Profitinteressen bei der Vermarktung sowohl der historischen Objekte wie heutiger Reproduktionen.

Aber tatsächlich: Es ist schon
verblüffend, was in den nicht einmal drei Jahren des
Bürgerkrieges z.B. an linken Plakaten produziert wurde
– die Zeit von Revolution und Krieg war auch die Zeit einer
seltsamen kulturellen Blüte. Diese kam allerdings nicht aus
dem Nichts. Die politischen Umbrüche, die mit dem Sturz der
Monarchie und der Ausrufung der Republik im Jahr 1931 sowie mit Putsch
und Revolution 1936 markiert werden, standen im wechselseitigen
Zusammenhang mit kulturellen Umbrüchen, die besonders seit
Mitte der 20er Jahre festzustellen sind und nicht zuletzt als ein
Wandel von Öffentlichkeit beschrieben werden können.
Und die Anarchisten und Anarchistinnen? Was war ihr Beitrag
für die politisch engagierte Kunst? Oder: Welche
ästhetischen Erfahrungen vermitteln ihre Plakate,
Zeitschriften, Fotos usw.? Welche Unterschiede oder auch
Gemeinsamkeiten ergeben sich aus einem Vergleich mit den Produkten
anderer linker Strömungen? Lassen sich unter den
ästhetischen Konzepten spezifisch anarchistische ausmachen?
Oder ist die Frage danach der falsche Ansatz? Eine
Gemeinschaftsveranstaltung mit der Stiftung Haus der Demokratie und
Menschenrechte.
Die Revolten in den arabischen Ländern haben die Hoffnungen weiter Teile der einheimischen Bevölkerungen geweckt. Angesichts der großen regionalen Unterschiede ist es jedoch schwer, ein einheitliches Bild der Lage zu gewinnen: Verschiedene libertäre Methoden, die Anwendung gefunden haben (direkte Aktion, Versammlungsdemokratie usw.), kontrastieren vielerorts mit dem Entstehen neuer Eliten, welche die vorübergehende breite gesellschaftliche Teilhabe wieder zunichte machen wollen, oder mit einer erbitterten Gegenwehr seitens der Herrschenden. Mitarbeiter der 'Bibliothek der Freien' beleuchten verschiedene Aspekte der Umbrüche und stellen diese zur Diskussion.
Der Konflikt zwischen Marx und Bakunin markiert ein entscheidendes Ereignis in der politischen Ideengeschichte. Während die von Marx beeinflusste sozialdemokratische Strömung zentralistische Organisationsformen, die Gründung nationaler Arbeiterparteien und die Eroberung der politischen Macht propagierte, waren die von Bakunin unterstützten Basisbewegungen föderalistisch und pluralistisch orientiert. Die Wege gingen daraufhin auseinander: Die Parteipolitik trennte sich von emanzipatorischen Basisbewegungen. In der Ersten Internationale (1864-1877) wurde dieser Konflikt erstmals ausgetragen: Die unterschiedlichen Richtungen fanden in Marx und Bakunin ihre stärksten Exponenten - ihre Ideendifferenz wirkt bis heute fort. Wolfgang Eckhardt, Herausgeber der Ausgewählten Schriften Bakunins, zeichnet den Konflikt um die Weichenstellung im internationalen Sozialismus nach (Buchvorstellung und Diskussion).
Michael Bakunin: Ausgewählte Schriften. Band 6: Konflikt mit Marx. Hrsg. von Wolfgang Eckhardt. Karin Kramer Verlag, Berlin 2011. 1240 S., 78,00 EUR, ISBN 978-3-87956-342-5
Mit Recht kann der ökologische oder auch "grüne" Anarchismus als eine der wichtigsten und fruchtbringendsten Innovationen innerhalb der libertären Denktradition angesehen werden. In ihm verbindet sich der Kampf für die Befreiung von Individuum und Gesellschaft mit dem für den Schutz von Natur und Umwelt. Der Öko-Anarchismus setzt sich mit libertären Methoden für die Rechte anderer Arten und für die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit ein. Vertreter/innen dieser Denkrichtung haben erkannt, dass hierarchische Gesellschaften erfahrungsgemäß nicht willens und auch nicht in der Lage sind, ein verträgliches Miteinander von Mensch und Natur zu gewährleisten, wobei der sog. "Realsozialismus" und der sog. "Neoliberalismus" nur die beiden augenfälligsten abschreckenden Beispiele darstellen.
Die Veranstaltung soll dazu anregen, aktuelle Fragen und Perspektiven in der Schnittmenge von libertärem und ökologischem Denken und Handeln zu diskutieren. Exemplarisch werden einzelne Themengebiete wie z.B. Mobilität/Verkehr und Energieversorgung beleuchtet, weitere Problemgebiete und Fragestellungen können je nach Interesse durch die Teilnehmenden eingebracht werden. (Vortrag und Diskussion)
Fritz Scherer (1902-1988) war kein großer Agitator, er gehörte nicht zu den großen Theoretikern der anarchistischen Bewegung. Er war ein, wie es heute heißt, Aktivist. Sein Traum war die herrschaftslose Gesellschaft und dafür kämpfte er zeit seines Lebens.
Sobald der gebürtige Berliner volljährig war, trat er aus der Kirche aus und in die FAUD ein. Hier war er Kassierer und kassierte unter anderem bei Erich Mühsam. Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre zog es ihn auf die Landstraße zusammen mit Millionen Kunden und Vagabunden. Als 1929 der Vagabundenkongress in Stuttgart stattfand, war er natürlich zugegen. Etwa zur gleichen Zeit erfuhr er durch GenosseInnen von der Bakuninhütte bei Meiningen. Die Bakuninhütte verkörperte für ihn mehr als alles andere seine Idee: Liebe zur Natur, proletarische Schaffenskraft, Freiheit und Anarchie. Hier war er Hüttenwart und rettete u.a. das Hüttenbuch vor den Nationalsozialisten. Zwar wurde Fritz von den Nazis verhaftet, doch passte er so gar nicht in ihr Bild eines Anarchisten. Er war ihnen zu proletarisch, sprach Berlinerisch und war auch noch bei der Feuerwehr. Nach seiner Freilassung beteiligte er sich weiter am Widerstand gegen die Nazis.
Als Buchbinder waren Bücher bei ihm gut aufgehoben, das fanden auch seine GenossInnen. »Wenn ein Genosse stirbt, hole ich seine Bücher ab.« So manche Neuauflagen anarchistischer Klassiker nach dem zweiten Weltkrieg wären wohl ohne Fritz Scherer nicht möglich gewesen. Fritz Scherer hat Spuren hinterlassen aus seinem bewegten Leben. Diesen möchten wir uns an diesem Abend voll und ganz widmen. (Buchvorstellung und Diskussion)
»Rebellen Heil«, 63 Seiten, inkl. DVD, 19,80 Euro, ISBN: 3879563500
Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens wird seit einiger Zeit nicht nur in Spezialistenkreisen, sondern auch in der breiteren Öffentlichkeit lebhaft diskutiert. Aus libertärer Sicht ist dies sehr zu begrüßen, da die Beseitigung des direkten und indirekten Arbeitszwangs und anderer ökonomischer Unterdrückungsverhältnisse schon immer eines der Hauptziele libertärer Bestrebungen war.
Im Rahmen der Veranstaltung soll die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens in seinen verschiedenen Facetten und Aspekten vorgestellt werden und es soll Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion gegeben werden. Auf welche Weise könnte die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zur Lösung drängender Probleme in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und soziale Innovation beitragen? Oder könnte es andererseits vielleicht auch dazu führen, der staatlichen Bürokratie neue Tätigkeitsfelder und Legitimationspotenziale zu verschaffen? (Vortrag und Diskussion)